Als sich am 3.8.2010 30 Sängerinnen und Sänger der Kurrende Maulbronn mit 11 Betreuern um 3.00 Uhr in der Früh mit dem Bus in Richtung Zürich aufmachten, um dann 16 Stunden später im 6.000 km entfernten Tansania zu landen, um dort die nächsten 16 Tage zu verbringen, war die Stimmung fröhlich, aufgeregt und voller Erwartung auf Afrika. In Dar Es Salaam wurden erst einmal sehr viele von uns zusammen in einen kleinen Bus gesetzt und der Rest in einen anderen kleinen Bus, woran man sich dort aber sehr schnell gewöhnt hatte. Das Gepäck kam, neu wie es für uns war, aufs Dach, spärlich gesichert. Die erste Unterbringung lief gut, aber etwas chaotisch, jedoch bekamen wir auch noch spät am Abend ein leckeres warmes Essen in der katholischen Einrichtung. Die Menschen dort waren alle sehr herzlich und wir wurden überall schallend begrüßt und gerne aufgenommen. Wir integrierten die Tansaner, zum Beispiel bei Kreisspielen natürlich auch spontan und man verständigte sich, obwohl man nicht die gleiche Sprache sprach. Unsere Zeit ganz im Osten von Tansania, in Dar Es Salaam führte uns auf Märkte, zum Geldwechseln auf die Bank und an den Indischen Ozean, was für die Meisten das erste Mal an diesem Gewässer war. Alles liebevoll gezeigt bekamen wir vom Kirchenpräsident der Region Mbeya, Nosigwe Buya, der uns auch die ganzen 16 Tage begleitete.

Sicherlich auch etwas ungewohnt waren die Moskitonetze, die wir abends immer über unsere Betten ziehen mussten und das abendliche Einsprühen von Insektenschutz, aufgrund eventuell gefährlicher übertragbarer Krankheiten, wie Malaria.

Der Verkehr in Tansania ist sehr gewöhnungsbedürftig. Es gibt angeblich zwar Verkehrsregeln, aber niemand hält sich daran. Die Autos oder LKW werden dann eben auch da repariert, wo sie eine Panne haben, egal ob sich dort ein ein Meter tiefes Schlammloch befindet.

Alles, was gebraucht werden könnte, wir von Verkäufern durch Herumlaufen in Staus und durch Handeln am Autofenster oder einfach direkt am Straßenrand verkauft.

Nach zwei Tagen machten wir uns dann auf die Reise gen Westen, nach Mikumi, wo wir unsere wunderschöne und gepflegte Unterkunft direkt am Rande des Nationalparks nach sieben Stunden Busfahrt erreichten. Am nächsten Tag ging es dann morgens auf zur Safari. Alle waren total begeistert, als die ersten wilden Tiere in freier Wildbahn gesichtet wurden. Wir sahen Büffel, Warzenschweine, Gnus, Elefanten, Giraffen, Zebras, Antilopen, Impalas, Affen, ein Flusspferd, verschiedene Vögel und sogar eine Löwin, die in der Nähe des Wasserlochs 10 Meter von unseren Bussen entfernt mit ihren drei Jungen genüsslich ein Gnu fraß. Beeindruckend!

Bei einer Rast trafen wir einen ganzen Bus voller Kinder eines Schulausfluges, woraus eine tolle Begegnung wurde. Langsam tauschten wir uns aus, verstanden uns ohne Worte, fotografierten uns gegenseitig und zusammen vor dem riesengroßen Affenbrotbaum und sangen einander am Ende noch etwas vor.

Danach ging unsere Reise weiter Richtung Westen, nach Iringa, wo wir lautschallend und herzlich von den Gemeindemitgliedern begrüßt wurden. Am nächsten Tag schauten wir uns die Behindertenwerkstatt von „Neema Crafts“ an und kauften viele verschieden wunderschöne selbstgemachte Dinge aus dem Geschäft dort.

Wir wurden sogar zu einer Hochzeit eingeladen, wo wir singen durften und wo danach noch ein schönes Gruppenfoto geschossen wurde.

Wir gaben Konzerte immer zusammen mit fünf bis sieben anderen Chören, die uns danach immer herrlich mit Reis, Hühnchen, Fisch, Kartoffeln, Nudel, Kochbananen und, und, und bekochten. Ein weiterer Luxus war, dass wir 16 tage lang original tansanische Mini-Bananen essen durften, die sehr viel besser schmecken, als die die exportiert werden und die es bei uns zu kaufen gibt.

Unsere Busreise ging weiter ins 340 Kilometer entfernte Mbeya. Die Fahrt mit zwei kleinen Bussen, in denen insgesamt 40 Menschen untergebracht waren verlief sehr spannend. Wir sammelten viele Eindrücke von Tansania und wieder einmal sahen wir, dass die Frauen und sogar schon die Kinder fast alles auf dem Kopf tragen und zusätzlich noch ein Kind auf dem Rücken, eingewickelt in ein großes Tuch.
Von Mbeya nach Dar Es Salaam verläuft eine eingleisige Eisenbahnstrecke, wo ein bis zwei Mal pro Woche ein Zug fährt und wenn man Glück hat, fährt er in die Richtung, in die man auch möchte.
Wir erreichten Mbeya nach fünf Stunden. Dort würden wir die kommende Woche verbringen. Die Sängerinnen und Sänger, die im Mai 2010 in Maulbronn zu Besuch waren begrüßten uns stürmisch, besangen uns und schnell war wieder die alte Freundschaft zu spüren. Unsere Unterkunft dort war sehr einfach, doch wir lernten schnell auch mit weniger auszukommen und so verlieft das Duschen und Haarewaschen mit eiskaltem Wasser doch etwas anders, als gewohnt.

Von Mbeya aus besuchten wir in der Zeit sehr viele der umliegenden Gemeinden.

In Uyole zum Beispiel ist die Zahl der Gemeindemitglieder in den letzten Jahrzehnten sehr gestiegen und deshalb ist die Kirche zu klein geworden. Seit Jahren spart die Gemeinde, um eine größere Kirche zu bauen und sie haben angefangen, die neue Kirche um die alte drumherum zu bauen. Die Gemeinde spart immer wieder und wenn gerade mal wieder genug Geld zur Verfügung steht wird ein Stück weitergebaut.

In Tansania ist es Brauch, dass nicht der Gast Geschenke mitbringt, sondern selbst beschenkt wird. So durften wir die Herzlichkeit der Tansaner bei jedem Besuch in Gemeinden spüren, da wir überall reichlich beschenkt wurden und am Ende der Woche jeder mit kleinen und großen Körben, vielen Kangas (Stoff, den sich Frauen umbinden/umlegen), Löffeln und Vielem mehr wieder nach Deutschland kam.

Während den Gottesdiensten und Konzerten haben wir immer wieder versucht die Menschen und vor allem auch die Kinder in unsere Musik mit einzubeziehen. Das hat sehr gut funktioniert, wir hatten sehr viel Spaß und wurden toll integriert.
Weiter besuchten wir auch die Schule in Mbozi, wo wir Zeit hatten uns mit den Schülern und Lehrern auszutauschen und wo uns die ganze Schule gezeigt wurde, die sogar einen Physik-, Biologie- und Chemieraum hat. Viele der Kinder wohnen auch dort, weil sie viel zu weit weg wohnen.

Wir fuhren anschließend noch das Krankenhaus und das Waisenhaus besuchen, wo die Kinder zwischen 2 Monaten und 12 Jahren alt waren. Wir hatten hier in Deutschland eine große Spendenaktion gestartet und überreichten der Leiterin des Waisenhauses die Geschenke für die Kinder, welche sich sehr freuten.

Während unsere Zeit in Mbeya besuchten wir ebenfalls eine Kaffeefarm und lernten sehr viel über Kaffee, vom Anbau bis zur Röstung.

Außerdem erlebten wir eine zweistündige Wanderung zu heißen Quellen, was eine echte Anstrengung, aber auch Erholung gegenüber dem vielen Busfahren war. In der weiten Umgebung des Wassers war alles sehr schön grün, es lief dort auch ein bildschöne Fluss durch das Tal, und aus einem Stein plätscherte 70-80 Grad heißes Wasser.

Am nächsten Tag besuchten wir das Waisenhaus des Nsalaga-Projektes, was eine Schweizerin mit einer Tansanerin zusammen leitet. Die Kinder sind dort Waisen oder Halbwaisen, wohnen aber noch bei ihren Angehörigen und kommen zwei Mal pro Woche ins Waisenhaus, wo sie miteinander spielen und sich austoben können. Genau das, haben wir auch gemacht und die Kinder waren kein bisschen ängstlich und gleich total anhänglich. Die Waisenhausleitung sorgt sich darum, dass die Kinder zur Schule gehen, Schulmaterialen bekommen und wenn sie krank sind genügend versorgt werden. Dort überreichten wir auch noch gesammeltes Geld und von Unternehmen gesammelte Geschenke, worüber sich die Kinder und die Leiterinnen sehr freuten. Dort im Waisenhaus lernten wir auch auf ungewohnte Art und Weise mit den Fingern zu essen und erlebten live mit, wie viel kleine Kinder essen können (und vor allem auch wie schnell!), wenn es die einzige Mahlzeit am Tag ist.

Zurück in Mbeya hatten wir vor unsere Abreise und dem Abschlussgottesdienst noch Zeit uns intensiv die Stadt anzuschauen. Viele gingen unter anderem in einen Schuhladen, wo Schuhe sogar aus Autoreifen hergestellt werden.

Am Sonntag war die Stimmung dann schon getrübt, denn Montag war der Tag der Abreise. Wir hatten alle Tansaner so ins Herz geschlossen uns sie uns, dass wir gar nicht nach Hause mochten. Der Abschlussgottesdienst war wunderschön, nur uns zu Ehren und wir bekamen nochmal etliche Geschenke. Was aber vor allem noch einmal richtig aufgefallen ist, war das die Tansaner sich beim Singen wesentlich mehr bewegen als wir Deutschen. Wobei wir in der Wochen schon viel an Erfahrungen gesammelt haben und uns am Ende der Woche deutlich mehr bewegten.

Nachdem wir mit vielen Tränen die Rückreise antraten waren alle traurig, dass wir unsere Freunde verlassen mussten.

Zurück in Dar Es Salaam badeten wir ein letztes Mal im Indischen Ozean. Zum Abschluss des wunderschönen Urlaubs in Tansania, gingen wir in ein 5-Sterne-Hotel direkt am Meer essen und machten das letzte wunderschöne Gruppenfoto. Dann ging es mit dem Fliege wieder ab nach Hause.

In Deutschland war es im Gegensatz zu Tansania sehr kalt und der Alltag holte uns schnell wieder ein. Doch wir alle denken gerne noch zurück an diese wunderschöne, erlebnisreiche Reise, die mit vielen Erinnerungen geschmückt ist. Wir haben Tansania komplett bereist, von Osten nach Westen, waren sogar über der sambischen Grenze und lernten Land, Leute und Landschaft von allen Seiten kennen.


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